Rezept für ein Eintopfgericht

Ernährung, Essen und Trinken 1933:

Blumenkohl halbweich kochen, Fisch etwas ziehen lassen. Eine Auflaufform mit Fett ausstreichen, geriebene Semmel darauf streuen. Fisch und Blumenkohl schichtweise in den Topf tun. Aus dem Blumenkohlwasser, Mehl und Fett eine Soße bereiten, über das Gericht gießen. Geriebene Semmel und Käse über das Ganze streuen und eine halbe Stunde backen lassen. (Lesertipp aus der »Vossischen Zeitung« vom 30. 9. 1933)

Die Differenz zum Preis des gewohnten Sonntagsessens soll an den »Kampfschatz« des Winterhilfswerks zur Unterstützung von Erwerbslosen und Bedürftigen abgeführt werden.

Um Geld zu sparen, wird die Hausfrau auch ermuntert, jeweils die Produkte der Jahreszeit zu verarbeiten. So lassen sich aus den Pflaumen im Herbst nicht nur Kuchen oder Mus, sondern auch eine nahrhafte Pflaumensuppe mit Milch, Pflaumenklöße oder ein Abendbrot aus Kartoffeln, Pflaumen und gebratenem Fleisch zubereiten.

Auf einer Haushaltsausstellung im Oktober in Berlin werden moderne Küchengeräte vorgeführt, die allerdings durchweg keine aufregenden Neuerungen im Haushalt versprechen: Zu den Rennern gehören eine dreizinkige Pellkartoffelgabel, ein Gummischaber zum Verstreichen des Kuchenteigs und Butterglocken aus Ton mit doppelten Wänden, zwischen denen Wasser als Kühlmittel die Wärme abhält.

Problem Nr. 1 für die deutsche Hausfrau ist die drastische Preisentwicklung. Die Propaganda der NSDAP gegen den Preiswucher und die Drohung, Preiswucherer in Schutzhaft zu nehmen, ändern nichts an den steigenden Preisen. Der seit 1930 stets rückläufige Index der Lebenshaltung für Ernährung (1913/14 – 100) steigt zwischen Januar und Dezember 1933 von 111,3 auf 117,8.

Vor allem Fleisch und Butter ziehen im Preis an: So kostet in Berlin das Kilogramm Schweinefleisch im Mai 1933 noch 1,30 RM und im Dezember bereits 1,62 RM. Der Preis für 1 kg deutscher Molkereibutter steigt in Berlin im gleichen Zeitraum von 2,59 RM auf 3,16 RM.