Arbeitsplätze um jeden Preis

Arbeit und Soziales 1934:

Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 versucht die Regierung unter Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP), die Zahl der Arbeitslosen möglichst stark zu verringern, um die Bevölkerung von den wirtschaftspolitischen Fähigkeiten des Regimes zu überzeugen. Eingeleitet werden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im großen Stil wie der Bau von Reichsautobahnen und öffentlichen Gebäuden oder die Kultivierung von Brachflächen wie das Emsländische Moor. Nach offiziellen Statistiken schafft sie es, die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 43,4% auf 2,7 Millionen zu vermindern!

Solche Ergebnisse erreicht die NS-Führung aber auch durch eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verdrängung von Frauen aus dem Arbeitsleben. Behördliche Aktivitäten wie eine Anordnung zur Bekämpfung des Doppelverdienertums und massive Propaganda weisen Frauen die Hausfrauen- und Mutterrolle zu, während jede berufstätige Frau als »eigennützig« verunglimpft wird. Auch die Verdrängung von Juden aus dem Arbeitsleben eröffnet neue Stellen.

Die große Zahl der Schulabgänger, die den Arbeitsmarkt zu belasten drohen, werden im Arbeitsdienst eingesetzt, für Mädchen wird das Haushaltsjahr eingeführt.

Auch die arbeitsrechtliche Situation in den Betrieben wird durch die NS-Regierung auf neue gesetzliche Grundlagen gestellt. Die Gegnerschaft von Unternehmern und Arbeitern wird aufgehoben und durch eine am Führerprinzip orientierte Betriebsordnung ersetzt. Nicht mehr »marxistischer Klassenkampf« soll das Verhältnis der Tarifparteien prägen, sondern ein »Treueverhältnis«.