Autoritäre Regimes breiten sich weiter aus: Kanzlermord in Österreich, Diktaturen im Baltikum

Autoritäre Regimes breiten sich weiter aus: Kanzlermord in Österreich, Diktaturen im Baltikum
Engelbert Dollfuß (1933). By © Knozer (F. Knozer) (TIME) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1934:

In Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt sind faschistische Bewegungen und diktatorische Regierungen auf dem Vormarsch. Am 12. Februar zerschlägt das Wiener Dollfuß-Regime die österreichische Sozialdemokratie. Der 30. April markiert das Ende der Republik in Österreich: Das Rumpfparlament nimmt die »Bundesverfassung 1934« an. Österreich wird ein Ständestaat faschistischer Prägung. Das Land kämpft um seine Unabhängigkeit vom nationalsozialistischen Deutschen Reich, das den Anschluss Österreichs fordert und durch seine Politik die innenpolitische Lage des Alpenstaats zu destabilisieren sucht. Am 25. Juli wird Bundeskanzler Engelbert Dollfuß bei einem nationalsozialistischen Putschversuch in Wien ermordet. Der Putsch scheitert jedoch, nicht zuletzt, weil Österreich vom faschistischen Italien unterstützt wird.

In Portugal kann sich die Diktatur von António de Oliveira Salazar gegen einen Generalstreik der unzufriedenen Arbeiterschaft behaupten. In Estland errichtet Konstantin Päts am 12. März eine Diktatur, in Lettland folgt Karlis Ulmanis im Mai seinem Beispiel. In Brasilien genehmigt die Nationalversammlung am 16. Juli eine Bundesverfassung und verankert damit die Macht des autoritär-nationalistischen Regimes unter Getúlio Dornelles Vargas. In der Sowjetunion baut Josef W. Stalin seine Macht weiter aus. Im Vorfeld des XVII. KPdSU-Parteitags am 26. Januar werden rund 300 000 Mitglieder aus der Partei ausgestoßen. Im Dezember startet Stalin die blutige Zerschlagung der »trotzkistischen Opposition« in der Sowjetunion.