Jahr der zwischenstaatlichen Bündnisse

Politik und Gesellschaft 1934:

Infolge dieser Entwicklung ist die Bündnispolitik weltweit in Bewegung geraten. Schon 1933 waren das Deutsche Reich und Japan aus dem Völkerbund ausgetreten, dessen Rolle als »Weltpakt« infrage gestellt ist. Zugleich versuchen alle Großmächte, durch Verträge ihre Machtpositionen zu sichern und auszubauen. 1934 ist daher ein Jahr der zwischenstaatlichen Bündnisse: Der Deutsch-Polnische Nichtangriffspakt, der Balkanpakt zwischen Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und der Türkei, die Römischen Protokolle zwischen Italien, Österreich und Ungarn, der Baltenpakt zwischen Estland, Lettland und Litauen und andere Verträge dienen der Absicherung von Einflussgebieten oder nationalen Sicherheitsinteressen. Mit der großen Zahl der Bündnisse verschärfen sich jedoch die Interessengegensätze und Spannungen zwischen den Machtblöcken. Die Kriegsgefahr wächst.