Zensur und Auftrittsverbote: Missliebige werden mundtot gemacht

Politik und Gesellschaft 1934:

Alle Bereiche des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens unterliegen nach der sog. Gleichschaltung nationalsozialistischer Kontrolle. Im Deutschen Reich kann kein Buch veröffentlicht, keine Zeitung gedruckt, kein Film gedreht und kein Theaterstück aufgeführt werden ohne Zustimmung der NS-Behörden. Missliebige und »nichtarische« Künstler werden durch Auftrittsverbote und massiven Druck aus dem Deutschen Reich vertrieben. Für Aufsehen sorgt der deutsche Dirigent Wilhelm Furtwängler, der sich in einem offenen Brief für den angefeindeten Komponisten Paul Hindemith einsetzt. Furtwängler widersetzt sich damit offen dem Anspruch der NS-Führung, alle Bereiche der Kunst kontrollieren zu wollen.

Auch in deutschen Kirchenkreisen formiert sich der Widerstand gegen das Regime. Ende Mai konstituiert sich in Barmen die Bekennende Kirche, die sich offen gegen staatliche Repressionen wehrt, denen Pfarrer und Gläubige in zunehmendem Maße ausgesetzt sind.

Selbst der Sport wird 1934 von der Politik überschattet. Die Fußballweltmeisterschaft in Italien gerät zu einer Propagandaschau für das faschistische Regime. Im Deutschen Reich laufen die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 1936 an, die das nationalsozialistische Regime als gigantische Selbstdarstellungsschau gestalten will. Sportliche Höchstleistungen werden von den NS-Machthabern propagandistisch umgemünzt und in der Öffentlichkeit als Symbole für den Siegeswillen des »neuen Deutschlands« dargestellt.