Das braune Regime bekämpft die Arbeitslosigkeit mit Aufrüstungsmaßnahmen

Das braune Regime bekämpft die Arbeitslosigkeit mit Aufrüstungsmaßnahmen
Aufrüstung, Junkers-Werk Aschersleben: Serienbau von Ju 88-Rümpfen. Bundesarchiv, Bild 146-1976-097-22 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1935:

Nicht zuletzt die relativ günstige wirtschaftliche Entwicklung legitimiert das nationalsozialistische Regime vor der deutschen Bevölkerung. Besonders die Arbeitslosigkeit ist im internationalen Vergleich seit der katastrophalen Weltwirtschaftskrise Anfang der dreißiger Jahre ungewöhnlich stark gesunken. Der scheinbare Erfolg kommt freilich in erster Linie aufgrund der exorbitant wachsenden Rüstungsanstrengungen zustande. 1935 wendet die deutsche Regierung ein Vielfaches dessen für militärische Belange auf, was sie 1933 – im Jahr des Machtantritts – dafür ausgab. Die Wiedereinführung einer Wehrpflichtigenarmee mit einer Friedensstärke von 500 000 Mann holt entsprechend viele potenzielle Arbeitsuchende von der Straße. Gemeinsam mit der durch Rüstungsausgaben stimulierten Beschäftigung wird so ein weit größerer Einfluss auf den Arbeitsmarkt ausgeübt als durch andere Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wie etwa den gefeierten Bau der Autobahn, deren erste Teilstrecke im Mai 1935 eingeweiht wird.