WK-Möbel: Solide und erschwinglich

Wohnen und Design 1935:

Mitte der 30er Jahre etabliert sich der Begriff »WK-Möbel« im Deutschen Reich als Markenzeichen für solide gebaute und funktional gestaltete Möbel, die darüber hinaus zu erschwinglichen Preisen zu haben sind. Die 1912 gegründeten »Deutschen Werkstätten für Wohnungskunst« – seit 1928 »Verband Deutsche Wohnungskunst, Deutsche WK-Möbel« – verfolgen sowohl kulturelle wie pädagogische Ziele. In der Satzung von 1913 wird als Zweck des Vereins festgeschrieben, »das Verständnis für die Bedeutung des guten Geschmacks und der feinen kulturellen Durchbildung bei Einrichtungen der Häuser und Wohnungen … anzuregen«. Eine Gruppe von Designern begann in Zusammenarbeit mit Händlern und Produzenten, modellartige Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmer auf den Markt zu bringen, wobei besonderer Wert auf das Material und auf funktionsorientiertes Design gelegt wurde. Mit einer weitreichenden Innovation wartete der Verband 1933 auf, als er im Rahmen seines Programms »WK 54« erstmals kombinier- und ausbaufähige Anbaumöbel vorstellte, die nicht ausschließlich für eine Art von Raum konzipiert waren. Mit diesen »Einheitsmöbeln« trägt der WK-Verband vor allem den Bedürfnissen junger Leute Rechnung, Wohnungen ohne herkömmliche Funktionstrennungen einzurichten.