Bahn noch in Führung

Verkehr 1936:

Entsprechend dem Wirtschaftswachstum im Deutschen Reich – der Index für die Industrieproduktion (1928 = 100) stieg von 58 im Jahr 1932 auf 107 im Jahr 1936 – zeigt auch das deutsche Verkehrswesen einen rasanten Aufschwung. Beim Gütertransport spielt weiterhin die Eisenbahn die wichtigste Rolle. 1936 befördern die Reichsbahn und die Privatbahnen zusammen 452,4 Millionen t Güter – 10,9% mehr als im Jahr 1935. Die deutsche Binnenschifffahrt transportiert 1936 mit 116,1 Millionen t 14,5% mehr Güter als 1935. Bei der Personenbeförderung können 1936 alle Verkehrsbetriebe gegenüber 1935 Zuwachsraten verzeichnen – die Straßenbahnen 4,6%, die Eisenbahnen 8,2%, die Luftfahrt 36,4%.

Aber die Weichen für die Verlagerung des Gütertransports zugunsten des Straßenfernverkehrs sind bereits gestellt. Am 1. April 1936 tritt das am 27. Juni 1935 erlassene Gesetz über den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen in Kraft. Es trägt der wachsenden Bedeutung des Lkw-Transports Rechnung und schließt die Speditionsunternehmer im »Reichs-Kraftwagen-Betriebsverband« zusammen.

Das Interesse des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler konzentriert sich aus propagandistischen, wirtschaftlichen und wehrpolitischen Gründen vornehmlich auf den Straßenverkehr (»Motorisierung der Deutschen«, Autobahnbau usw.). Dabei haben die Nationalsozialisten aber auch mit den Auswirkungen des Autobooms zu kämpfen. Die steigenden Unfallzahlen werden 1936 erstmals durch eine amtliche Statistik verdeutlicht.

Die deutsche Regierung versucht durch Aufrufe an die Kraftfahrer und spezielle Maßnahmen gegen Verkehrssünder der »Raserei auf den Straßen« Herr zu werden.