Staat kürzt Investitionen

Wohnen und Design 1936:

Im Jahr 1936 werden im Deutschen Reich erstmals seit sechs Jahren wieder mehr als 300 000 Wohnungen gebaut. Ende des Jahres beträgt der Reinzugang an Neubauwohnungen (Gesamtneubau abzüglich der abgerissenen Altbauwohnungen) 310 490 . Die Wohnungsnot der Nachkriegszeit, die durch die Lahmlegung der Bauwirtschaft im Weltkrieg verursacht worden war, ist 1936 überwunden. Schon seit 1925 wurde der Wohnungsbau durch öffentliche Investitionen intensiv gefördert.

Zwar ist die akute Wohnungsnot im Deutschen Reich behoben, aber nur 53% aller Wohnungen haben mehr als drei Wohnräume, dabei gilt die Küche als Wohnraum. Dagegen bestehen von den insgesamt 17,9 Millionen Haushalten im Deutschen Reich etwa 12,5 Millionen (70%) aus drei oder mehr Personen.

Die nationalsozialistische Regierung, die sich anfangs mit Investitionen am Wohnungsbau beteiligt hat, versucht inzwischen, durch Senkung der Hypothekenzinsen und Steuervergünstigungen den Wohnungsbau der privaten Initiative zu überlassen.

Die öffentlichen Ausgaben für den Wohnungsbau sind von 275 Millionen Reichsmark (RM) im Jahr 1934 auf 220 Millionen RM 1935 und 175 Millionen RM im Jahr 1936 zurückgegangen; das ist nicht zuletzt eine Konsequenz der gestiegenen Rüstungsausgaben (1934: 3,3 Milliarden RM, 1936: 9 – 12,5 Milliarden RM).