Absturz des Luftschiffs „Hindenburg“ gibt Flugzeugindustrie Aufwind

Politik und Gesellschaft 1937:

Das brennende Luftschiff: Der LZ 129 „Hindenburg“ verunglückte am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst. By Sam Shere [No restrictions], via Wikimedia Commons

Das brennende Luftschiff: Der LZ 129 „Hindenburg“ verunglückte am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst. By Sam Shere [No restrictions], via Wikimedia Commons

Im Jahr 1937 endet auch eine wichtige Epoche der Technikgeschichte. Mit der Katastrophe von Lakehurst, wo das Luftschiff »Hindenburg« kurz vor der Landung auf US-amerikanischem Boden in Brand gerät und explodiert, geht eine Zeit zu Ende, in der die Luftfahrt den Schritt vom Tummelfeld wagemutiger Erfinder zum zukunftsträchtigen Verkehrssektor vollzogen hat. Im Deutschen Reich wird die Entwicklung weiterer Zeppeline eingestellt. Das langsame und schwerfällige Luftschiff, das nur über begrenzte Transportkapazitäten verfügt, wird vom Flugzeug abgelöst. Es taugt besser für die Anforderungen des modernen Luftverkehrs und der Kriegführung. Das Unglück hat aber nur wenig Auswirkungen auf die weltweite Technikbegeisterung. Ab Mai strömen Tausende in die Pariser Weltausstellung, und auch andere Automobil- und Technikschauen verzeichnen Besucherrekorde.

Die Illusion von der Beherrschbarkeit der Natur ist durch die Katastrophe von Lakehurst nicht erschüttert. Gerade weil die politische Lage angespannt ist, wollen viele an den Nutzen des technischen Fortschritts für das friedliche Zusammenleben glauben.