Kartoffeln statt Fleischwaren

Ernährung, Essen und Trinken 1937:

Die nationalsozialistische Ernährungspolitik konzentriert sich auch 1937 auf die Umstellung der Essgewohnheiten der Bevölkerung. Maßgebende Intention ist die Einsparung von Devisen, d. h. Reduzierung der Lebensmittelimporte, und Einsparung von Rohstoffen. Weil die Fleischproduktion im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sehr teuer ist, bedingt durch den hohen Aufwand an Futtermitteln, die zu einem bedeutenden Anteil aus dem Ausland importiert werden müssen, propagiert die Reichsregierung intensiv die Umstellung von Fleisch auf Fisch. Gleichzeitig wird die Hausfrau in ständigen Aufrufen bedrängt, mehr Milchprodukte, Gemüse (besonders Kohl), Kartoffeln und Brot auf den Tisch zu bringen und dafür auf tierische Fette und Fleisch zu verzichten. Mit diesen Aufforderungen rennen die Nationalsozialisten bei vielen deutschen Familien offene Türen ein. Fleischwaren sind so teuer, dass sie in den meisten normalen Haushalten ohnehin nur gelegentlich auf den Tisch kommen.