„Anschluss“ Österreichs und Einmarsch ins Sudetenland

Politik und Gesellschaft 1938:

Für die Demokratien ist 1938 ein Jahr der Niederlagen – auch wenn der drohende Weltkrieg noch verhindert werden kann. Nicht nur in Europa wird die Aggressivität der autoritären Regime immer offensichtlicher; nur mit Mühe können die demokratischen Staaten den Frieden mit Beschwichtigungen und Zugeständnissen erhalten.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, seit fünf Jahren an der Macht, feiert 1938 zwei außenpolitische Triumphe: Im März kann er Österreich dem Deutschen Reich einverleiben, und im Münchener Abkommen akzeptieren Frankreich und Großbritannien im September den Einmarsch reichsdeutscher Truppen in die sudetendeutschen Gebiete der Tschechoslowakei. Großbritannien und Frankreich versuchen, Hitler in eine neue europäische Friedensordnung zu integrieren, dies hat jedoch Folgen für das europäische Kräftespiel: Die Sowjetunion beginnt, sich von den anscheinend wenig entschlussfreudigen Westmächten abzuwenden und das Deutsche Reich als neuen Machtfaktor zu akzeptieren.

Mit Hilfe der deutschen Legion Condor und italienischer Einheiten erringen unterdessen die von Generalissimus Francisco Franco Bahamonde geführten Faschisten im Spanischen Bürgerkrieg entscheidende Siege über die Truppen der zerstrittenen Republikaner.

Auch der 1937 von den Japanern begonnene Krieg gegen China entwickelt sich in diesem Jahr zugunsten der aggressiven Macht: Die japanischen Invasoren erlangen die Kontrolle über weite Gebiete Chinas.