Brutale Pogrome in der Kristallnacht – verstärkte Kriegsvorbereitungen

Brutale Pogrome in der Kristallnacht – verstärkte Kriegsvorbereitungen
Berliner SA-Männer beim Anbringen von Plakaten, die zum Boykott jüdischer Geschäfte aufrufen, am 1. April 1933. Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1938:

Das alles überschattende innenpolitische Ereignis im Deutschen Reich ist 1938 die sog. Reichskristallnacht am 9./10. November. Sie ist erster Höhepunkt der Judenverfolgung. Erstmals fallen die Nationalsozialisten in einer reichsweiten systematischen Aktion über jüdische Bürger her; Tausende werden ermordet und verschleppt, Synagogen werden niedergebrannt, Geschäfte und Wohnhäuser verwüstet.

Währenddessen laufen im Deutschen Reich die Vorbereitungen für einen Krieg auf Hochtouren. Hitler übernimmt im Februar 1938 den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht, nachdem er Kritiker seiner Angriffspläne, u. a. den bisherigen Reichskriegsminister und Wehrmachtsoberbefehlshaber Werner von Blomberg und den Heeresoberbefehlshaber Werner Freiherr von Fritsch, ausgeschaltet hat. Aus dem ganzen Reich werden 1938 Arbeitskräfte zum Bau des Westwalls herangezogen. Das Volkswagenwerk, für das in Fallersleben im Mai der Grundstein gelegt wird, hat ebenso einen militärischen Hintergrund wie der Ausbau des Netzes der Reichsautobahnen auf über 3000 km bis Dezember 1938.