Zwischen Pomp und Zweckbestimmtheit

Wohnen und Design 1941:

Im Zeichen wachsender Wohnungsnot und Materialknappheit verlangen die nationalsozialistischen Machthaber, dass Wohnungen »schlicht und praktisch«, Gebrauchsgegenstände »zweckbestimmt, haltbar, ohne täuschenden Prunk« zu sein haben. Sie selbst umgeben sich im Gegensatz dazu gern mit klassizistisch inspiriertem Pomp als Symbol ihrer Machtfülle.

Die von den Nationalsozialisten kontrollierten deutschen Architekten und Designer müssen diesen Forderungen nachkommen, andernfalls erhalten sie keine Arbeit. Für Experimente und Kreativität ist dabei kein Platz.

Die meisten Vertreter der Designer-Avantgarde halten sich während des Krieges in den USA auf; Ludwig Mies van der Rohe, Leiter der Architekturabteilung des Illinois Institute of Technology in Chicago, beschäftigt sich u. a. mit Verfahren der Holzverformung; László Moholy-Nagy baut die »School of Design« in Chicago auf, die er 1939 in der Nachfolge des »New Bauhaus« gegründet hatte.