Erst Eroberungen, dann Niederlagen in Afrika – deutsche Städte werden bombardiert

Politik und Gesellschaft 1942:

Auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz hingegen scheint mit der Eroberung der britischen Festung Tobruk durch deutsch-italienische Panzertruppen unter dem Kommando von Generalfeldmarschall Erwin Rommel am 21. Juni die Niederlage der Westalliierten besiegelt. Erst 150 km vor Alexandria kommt der Vorstoß der Panzerarmee Afrika bei EI Alamein zum Stillstand. Während es den Briten jedoch bis Oktober mit US-amerikanischer Unterstützung gelingt, riesige Mengen an Kriegsmaterial nach Nordafrika zu transportieren, bricht der deutsch-italienische Nachschub, den die Briten von Malta aus entscheidend stören, fast vollständig zusammen. Nach der Landung britischer und US-amerikanischer Truppen in Marokko und Algerien am 7. November sind die deutsch-italienischen Kräfte in Libyen und Ägypten von zwei Seiten eingekeilt. Der erdrückenden alliierten Überlegenheit an Menschen und Material haben die Truppen Rommels, die bereits am 3. November die El-Alamein-Stellung räumen, nichts mehr entgegenzusetzen.

Zunehmend wird die Überdehnung der militärischen Kraft des Deutschen Reiches im dritten Kriegsjahr auch für die deutsche Zivilbevölkerung spürbar. Das britische Flächenbombardement von Lübeck Ende März und der erste 1000-Bomber-Angriff auf Köln Ende Mai leiten eine neue Phase im Luftkrieg gegen das Territorium des Deutschen Reiches ein. Am Ende des Jahres beherrschen die Alliierten den europäischen Luftraum.