Arbeitsleben unter den Bedingungen des »totalen Krieges«

Arbeit und Soziales 1943:

Die Arbeits- und Lebensbedingungen im Deutschen Reich werden im Zeichen des »totalen Krieges« zunehmend verschärft.

Totaler Einsatz für den Krieg

Der Erlass von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über den umfassenden Einsatz von Männern und Frauen für die Aufgaben der Reichsverteidigung vom 13. Januar ist der Erste einer Reihe derartiger Schritte von Seiten des Staates. Aus Angst vor Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist die Exekutive in der Anwendung dieser Verordnung jedoch zurückhaltend: Nur etwa 20% der insgesamt 3,5 Millionen registrierten Männer und Frauen werden tatsächlich zu Arbeitseinsätzen an der »Heimatfront« herangezogen. Die Einziehung von Arbeitern zur Wehrmacht wird verstärkt fortgesetzt: General Walter von Unruh, Sonderbeauftragter für Überprüfung des zweckmäßigen Kriegseinsatzes, durchkämmt die Industriebetriebe nach wehrfähigen Männern; 600 000 erwachsene Männer und 55 000 017 -Jährige werden rekrutiert. Die im Reich verbliebenen Kräfte müssen den Arbeitskräftemangel ausgleichen: Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit beträgt daher 49,1 Stunden.