Deutsche Massenmorde in Goebbels’ „totalem Krieg“

Deutsche Massenmorde in Goebbels’ „totalem Krieg“
Aus dem Stroop-Bericht von 1943 an Heinrich Himmler von Mai 1943. Die originale Bildunterschrift lautet „Mit Gewalt aus Bunkern hervorgeholt“. By Unknown (Franz Konrad confessed to taking some of the photographs, the rest was probably taken by photographers from Propaganda Kompanie nr 689.[1][2])Jürgen Stroop [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1943:

Für die Bevölkerung im Deutschen Reich bedeutet die Weiterführung des Krieges immer größere Beschränkungen im Alltagsleben: Die Nationalsozialisten versuchen, sämtliche menschlichen, materiellen und moralischen Reserven in den Dienst der Front zu stellen. Beispielhaft dafür steht die Rede von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar im Berliner Sportpalast, in der er – unter dem tosenden Beifall des geladenen Publikums – den »totalen Krieg« verkündet.

Die durch diese Maßnahmen hervorgerufenen Belastungen der Menschen verblassen jedoch fast völlig vor dem Hintergrund der gleichzeitigen Gräueltaten der Nationalsozialisten an Juden und anderen Bevölkerungsgruppen im Deutschen Reich und in den von ihm besetzten Gebieten. Die Liquidierung des jüdischen Ghettos von Warschau gegen den letzten, verzweifelten Widerstand der Betroffenen ist nur einer von zahlreichen Massenmorden, die in diesem Jahr von deutscher Hand verübt werden. Allein diesem Massaker fallen fast 60 000 Menschen zum Opfer.

Es erscheint bei alledem als ein fast unglaublicher Zynismus, dass die Unterhaltungsbranche im Deutschen Reich sich auch 1943 einer weitgehend uneingeschränkten Beliebtheit erfreut; aber die verantwortlichen Stellen in Berlin gehen davon aus, dass ein umfangreiches Programm in Kinos, Theatern, Konzertsälen und Kabaretts von kritischen Gedanken ablenkt.