Werbung wird zur NS-Propaganda

Werbung 1944:

Selbst im Kriegsjahr 1944 hält die deutsche Wirtschaft den Schein aufrecht und wirbt für Produkte, die zum Teil gar nicht mehr erhältlich sind. Die Werbeanzeigen stehen ganz im »Dienst der Sache« und zielen weniger auf die Präsentation einer Ware, sondern preisen Volk und Vaterland, das Regime, den Führer und den Endsieg. Wirtschaftliche und politische Werbung sind kaum noch zu unterscheiden; sie verschmelzen zu einem einzigen NS-Propagandafeldzug.

Die Kosmetikfirma Tarsia etwa hat kein Produkt anzubieten, sondern wirbt mit dem Ratschlag: »Glauben, Vertrauen und die Ruhe bewahren auch in harten Zeiten – das ist das beste Mittel, sich Jugendfrische und Schönheit zu bewahren.« »4711-Kölnisch Wasser« behauptet in den Werbeanzeigen, das Parfüm zum »deutschen Wesen« zu sein und die Frau »sieghaft«, den Mann »gestrafft« erscheinen zu lassen.

Ersatz- und Austauschstoffe werden mit dem Hinweis angepriesen, dass man bis Kriegsende Rohstoffe sparen müsse. Der Verbraucher solle sich so lange mit Malzkaffee oder Tee-Ersatz begnügen oder etwa den praktischen, zehnmal wiederverwendbaren »F.D.B.« (Feldpost-Dauer-Briefumschlag) benutzen.