Bikini – Bademode wie zur Römerzeit

Mode 1946:

In Paris stellt am 5. Juli der französische Maschinenbauingenieur Louis Réard einen zweiteiligen Badeanzug vor. Réard benennt das Bekleidungsstück nach dem Pazifikatoll Bikini, derzeit Schauplatz zahlreicher Atombombenversuche der Vereinigten Staaten. Réard will damit das Sensationelle seiner äußerst knapp geschnittenen Modeschöpfung unterstreichen.

Allerdings gab es eine Art »Zweiteiler« schon seit Langem: Bereits im 3./4. Jahrhundert n. Chr. wurde von manchen römischen Frauen als Sportbekleidung eine Kombination aus Hose und »Busenbinde« getragen, wie Darstellungen in zeitgenössischen Mosaiken zeigen.

1907 wurde der Zweiteiler von Valentin Lehr aus Freiburg im Breisgau erneut ins Gespräch gebracht. Lehr, ein sog. Lebensreformer, war der Ansicht, dass das Badekostüm nur Brust und Schamgegend bedecken sollte, damit die Sonneneinwirkung nicht beeinträchtigt würde. Er hoffte, damit auch einen Beitrag zur Beseitigung der im wilhelminischen Deutschen Reich herrschenden Prüderie zu leisten. Doch nicht im Kaiserreich, sondern in den Vereinigten Staaten fand seine Idee offenbar besonderen Anklang: Schon in den 20er Jahren wurde dort die »Palm Beach Combination« kreiert, die dem antiken Vorbild und dem Entwurf Lehrs sehr ähnelte.