Nach Streit über Reparationsleistungen: USA und Großbritannien richten Bizone ein

Politik und Gesellschaft 1946:

In der deutschen Frage sind die Alliierten bisher noch zu keiner Einigung gelangt. Auf der Pariser Außenministerkonferenz der Siegermächte USA, Großbritannien, UdSSR und Frankreich zeigt sich, dass die Ansichten der Beteiligten über die politische und wirtschaftliche Zukunft Deutschlands unvereinbar geworden sind. Ein wichtiger Grund ist die Forderung der Sowjetunion nach umfangreichen Reparationslieferungen und tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland.

In der Frage der deutschen Reparationen haben sich die Alliierten nicht auf eine Gesamthöhe der Wiedergutmachungsleistungen einigen können. Dieser Konflikt verschärft sich, als die US-amerikanische Militärregierung im Mai 1946 den Stopp aller Reparationslieferungen aus ihrer Zone anordnet. Diese Maßnahme richtet sich gegen die Sowjetunion und auch gegen Frankreich, das sich allen Bestrebungen zur Wiederherstellung eines einheitlichen Deutschlands widersetzt und die Abtretung der linksrheinischen Gebiete und die Internationalisierung der Ruhrindustrie verlangt.

Die Stuttgarter Rede des US-amerikanischen Außenministers James Francis Byrnes markiert einen Wendepunkt in der Deutschlandpolitik der Vereinigten Staaten. Gemeinsam mit Großbritannien beschließen sie, ihre Besatzungsgebiete zur Bizone zusammenzulegen.

Bizone (Deutschland). By svg version created by glglgl [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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