Reisen trotz Devisenmangels

Urlaub und Freizeit 1947:

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wird das Reisen in Europa einfacher. Einzelne Länder schaffen den Visumzwang ab oder erleichtern zumindest die Visaausgabe. Einige Grenzen stehen damit wieder offen, allerdings vorerst noch nicht für die Deutschen. Sie sind auf die eigenen Erholungsgebiete angewiesen. Jedoch nur in wenigen europäischen Ländern dürfen die Bürger Geld in unbegrenzter Menge ausführen. Bis auf die Schweizer, Schweden und US-Amerikaner dürfen alle anderen nur so wenig Bares ausführen, dass ein Ferienaufenthalt entweder zeitlich sehr beschränkt oder vollkommen unmöglich ist.

Daher sucht jeder nach eigenen Wegen, um eine Auslandsreise zu finanzieren. Unter der Kleidung versteckt, passieren antike Bücher, Kupferstiche, Tabak, Parfüm usw. die Grenzen. Durch den Verkauf dieser »Exportartikel« hofft man, sich ein paar weitere Ferientage leisten zu können.

Die Unterkunftsmöglichkeiten in den Urlaubsgebieten sind – wegen der Zerstörungen im Krieg – häufig sehr eingeschränkt. Auch die Möglichkeiten, mit Bahn, Schiff oder gar dem eigenen Auto zu verreisen, stehen wegen der allgemeinen Notlage nur wenigen Menschen offen. Ungeachtet dieser Erschwernisse wird in Europa 1947 viel gereist.