Probleme für die deutschen Bahnen

Verkehr 1948:

Hauptverkehrsträger in Deutschland ist und bleibt die Eisenbahn. Der Zustand des Schienennetzes, der Lokomotiven und Waggons stellt auch einen Gradmesser für den Stand des Wiederaufbaus der deutschen Wirtschaft nach dem Kriege dar: Trotz umfangreicher Instandsetzungs- und Wiederaufbauarbeiten hat die deutsche Eisenbahn ihre alte Leistungsfähigkeit aus der Vorkriegszeit noch längst nicht wieder erreicht.

Die Deutsche Reichsbahn war 1945 von den Besatzungsmächten beschlagnahmt worden. Sie übertrugen die Betriebsführung den einzelnen Reichsbahndirektionen. Eine zentrale deutsche Verwaltung für die Eisenbahn existiert seither nicht mehr. Rund 50% des deutschen Streckennetzes befinden sich gegenwärtig auf dem Gebiet der drei westlichen Besatzungszonen, 30% in der Ostzone, der Rest liegt in den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Durch die Zoneneinteilung und die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands infolge der Währungsreform verlieren die wichtigsten deutschen Eisenbahnlinien, die bisher in Ost-West-Richtung verliefen, allmählich ihre Bedeutung. Sowohl in der Ostzone wie auch in den drei westlichen Besatzungszonen fließen die Verkehrsströme jetzt hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung.