Ansprechende Form verkaufsfördernd

Wohnen und Design 1949:

In Deutschland und anderen von Kriegszerstörungen betroffenen Ländern Europas geht es 1949 immer noch vorrangig darum, allen Menschen eine akzeptable Unterkunft zur Verfügung zu stellen. An die äußere Form der Gebäude und die Ausstattung der Räume werden wenig Ansprüche gestellt.

Möbel entstehen vielfach aus Materialresten oder durch die Zweckentfremdung von Kisten o. a. Ebenso wenig legen die Verbraucher besonderen Wert auf das Design von Gebrauchsgegenständen, solange es diese Waren überhaupt zu kaufen gibt.

Allerdings wird auch in Europa der Form der Gegenstände allmählich mehr Bedeutung beigemessen. Für die Schweizer Mustermesse in Basel kreiert der Künstler und Designer Max Bill das Motto »Gute Form«, deren Funktion er so beschreibt: »Die gute Form ist der moralische und ethische Anspruch, den der Mensch unserer Zeit an die Gegenstände seiner Umgebung zu stellen das Recht hat.«

In den Vereinigten Staaten wird die äußere Form immer häufiger zum Verkaufsargument. Um den hohen Warenausstoß der Industrie auf dem Markt unterbringen zu können, sollen die Käufer durch häufige Veränderungen am Design zum Kauf der »modernsten« Waren angeregt werden.