Gründung der DDR zementiert deutsche Teilung

Gründung der DDR zementiert deutsche Teilung
Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7.10.1949. Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl (v.l.n.r.). Bundesarchiv, Bild 183-S88643 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1949:

Obwohl sich die Alliierten das Feld der Außenpolitik selbst vorbehalten haben, bemüht sich Adenauer um Kontakte zu den Nachbarstaaten und tritt insbesondere für eine Aussöhnung mit Frankreich ein. Den westlichen Besatzungsmächten ringt er im Alleingang und gegen Zugeständnisse das Versprechen ab, den Abbau deutscher Industrieanlagen einzustellen; die Demontage wird von den meisten Deutschen als ungerecht empfunden und führt das ganze Jahr über zu Konflikten. Ende des Jahres bringt Adenauer das Thema Wiederbewaffnung der Deutschen ins Spiel und löst damit eine heftige innenpolitische Debatte aus.

Die Freude über den Wiedergewinn der Eigenstaatlichkeit wird für die Deutschen durch die Teilung des Landes, die sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet hat und nun noch stärker manifestiert ist, getrübt. In der sowjetischen Zone erfolgt in Reaktion auf die Bonner Staatsgründung die Gründung der DDR, an deren Spitze formal Otto Grotewohl als Ministerpräsident und Wilhelm Pieck als Staatspräsident stehen. Es wird jedoch deutlich, dass in der DDR vor allem die SED die Macht hat, jene Partei, in der sich Walter Ulbricht als der starke Mann erweist.

Bedeutendstes innenpolitisches Thema in der jungen Bundesrepublik ist immer noch der Wiederaufbau, der trotz einer hoffnungsvollen wirtschaftlichen Entwicklung nur schleppend vorankommt. Die Menschen müssen jetzt zwar nicht mehr hungern, haben dafür aber oft nur ein notdürftiges Dach über dem Kopf. Probleme bereiten auch die steigende Zahl der Arbeitslosen und die Integration der Millionen Flüchtlinge. Die Sorge vieler Familien gilt den deutschen Kriegsgefangenen, die auch vier Jahre nach Kriegsende noch in sowjetischen Lagern ausharren müssen.