Reklame in Deutschland ohne Fantasie

Werbung 1949:

In den Westzonen Deutschlands hat die Werbung für Verbrauchsgüter nach der Währungsreform von 1948 und der damit verbundenen weitgehenden Aufhebung der Warenbewirtschaftung wieder an Bedeutung gewonnen. Auch 1949 entsteht sie jedoch zumeist noch nebenbei in den Vertriebs- und Verkaufsabteilungen.

Bedeutendste Werbeträger sind Zeitungs- und Zeitschriftenanzeigen, die – häufig wenig einfallsreich gestaltet – fast ausschließlich reine Produktinformation bieten. Dagegen ist in den Vereinigten Staaten Werbung zu einem wichtigen Faktor für den Verkaufserfolg (oder auch Misserfolg) geworden. Die in New York und London erscheinende Fachzeitschrift »Modern Publicity« prognostiziert: »Das harte wirtschaftliche Muß verlangt nach Wagemut. Der Geschäftserfolg wird in Zukunft durch fantasievolle, schöpferische Reklame bestimmt sein, und diejenigen, welche ihr Niveau nicht erhöhen, werden ins Hintertreffen geraten.«

In den USA beginnt die Marktforschung, über Erfolg oder Misserfolg einer Werbekampagne zu entscheiden; immer häufiger beauftragen Firmen professionelle Werbegrafiker mit der Anpreisung ihrer Waren.

Eine ungewöhnliche Werbemethode entwickelt 1949 ein Haushaltswarenhersteller in den USA. Er lässt eine Seite der »New York Times« auf ein Staubtuch drucken und bittet die Hausfrauen, anhand dieses Musters die Qualität seines Produkts zu prüfen.