Häufigere und folgenschwerere Verkehrsunfälle

Verkehr 1950:

Mit der wachsenden Verkehrsdichte auf den bundesdeutschen Straßen – 1950 sind knapp 2 Mio. Kraftfahrzeuge zugelassen, davon rund die Hälfte Motorräder – steigen auch die Unfallzahlen dramatisch an. Außerdem sind die Unfallfolgen häufig schwerer als in den vergangenen Jahren, weil immer mehr Verkehrsteilnehmer motorisiert sind.

Bei fast 250 000 Unfällen (etwa zweieinhalbmal so viele wie 1948) im Laufe des Jahres 1950 werden 6314 Menschen getötet und 150 000 verletzt. Dies bedeutet, dass die Zahl der Todesopfer seit 1948 zwar annähernd gleich geblieben ist. Dagegen hat sich die Zahl der Verletzten im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt.

Mit Abstand häufigste Unfallursache im Straßenverkehr sind Nichtbeachten der Vorfahrt sowie Fehler beim Überholen; darüber hinaus ist aber auch falsches Verhalten von Fußgängern und Radfahrern Grund für viele Unfälle. Hinzu kommt rücksichtsloseres Verhalten der Autofahrer: Seit 1948 ist die Zahl der Unfälle, die ein unter Alkoholeinfluss stehender Fahrer verursacht hat, um das Dreifache gestiegen; doppelt so viele Unfälle wie 1948 sind Folge überhöhter Geschwindigkeit. Die zuständigen Politiker reagieren zunächst nur mit Appellen auf die drastisch gestiegenen Unfallzahlen; gesetzliche Maßnahmen zu ihrer Verringerung werden dagegen vorerst nicht eingeleitet.