DDR lehnt sich enger an UdSSR an – Bürger fliehen in Scharen nach Westen

DDR lehnt sich enger an UdSSR an – Bürger fliehen in Scharen nach Westen
Walter Ulbricht auf der II. Parteikonferenz. Aufnahme vom 9. Juli 1952. Bundesarchiv, Bild 183-15410-038 / Heilig, Walter / CC-BY-SA [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1952:

Die Bindung der Bundesrepublik an den Westen bedingt auf der anderen Seite die enge Anlehnung der DDR an die Sowjetunion. Mit dem Bau von Grenzsperren, der Einführung von Personenkontrollen und der Beschränkung von Reisemöglichkeiten macht die Führung in Ostberlin deutlich, dass die beiden deutschen Staaten nichts mehr verbinden soll.

Auf der II. SED-Parteikonferenz erklärt die DDR-Führung den »Aufbau des Sozialismus« zum obersten Staatsziel. Alle Lebensbereiche sollen vergesellschaftet werden. Deshalb fördert die Regierung z. B. die Bildung Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften und forciert die Verstaatlichung von Privatbesitz. Immer mehr DDR-Bürger fliehen über die Grenze in den Westen. An der Linie der DDR-Regierung ändert dies nichts. Im Gegenteil: Je mehr Menschen fliehen, desto schärfer werden die Kontrollen an den Grenzübergängen und desto härter geht die Führung gegen Kritiker vor.

Aber nicht nur Deutschland gerät in den Ost-West-Gegensatz. Korea und Vietnam sind 1952 weitere Schauplätze, auf denen die unterschiedlichen politischen Weltanschauungen und Machtinteressen aufeinanderprallen, Länder teilen und Völker trennen.

Innerhalb der Machtblöcke verfestigen sich die gegensätzlichen Vorstellungen über das politische und wirtschaftliche Zusammenleben. Während Josef W. Stalin den Führungsanspruch der Sowjetunion in den Satellitenstaaten Moskaus mit brutalen Unterdrückungsmaßnahmen durchsetzt, entwickeln sich im Westen Formen gleichberechtigter internationaler Zusammenarbeit. Die 1952 von Frankreich angeregte politische Einigung Westeuropas erwächst aus der Erkenntnis, dass sich nationale Alleingänge angesichts der komplizierten Weltlage verbieten. Die Normalisierung der Beziehungen von westeuropäischen Ländern und den USA zur Bundesrepublik Deutschland wird in allen Gesellschaftsbereichen spürbar.