Meisterhafte Möbelentwürfe für Handwerk und industrielle Fertigung

Wohnen und Design 1952:

Für die Formgebung von Einrichtungsmobiliar der 50er Jahre sind zwei Hauptströmungen charakteristisch. Ein organisch gerundeter, traditionellen Vorstellungen kaum verpflichteter, gegenüber einem gradlinig rationalistischem Stil. Der Mailänder Designer Carlo Mollino entwirft einige Klassiker, die auch heute noch zu den von Sammlern geschätzten Raritäten der Wohnkultur der 50er Jahre zählen. Mollinos Speisezimmertisch aus gebogenem Sperrholz und Kristallglas erinnert an die verspielten Formen des spanischen Jugendstil-Architekten Antoni Gaudí (1852 – 1926). Dem Objekt sehr ähnlich ist der Spieltisch von Architekt Carlo Graffi, der 1952 entsteht. Mollino und Graffi arbeiteten viele Jahre an gemeinsamen Objekten für Wettbewerbe, was sich in der Stilverwandtschaft der Möbel beider Künstler ausdrückt. Ihr Design erweckt den Eindruck von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit. Diese Ideen sind nicht für die industrielle Massenfertigung geschaffen, sondern für die handwerkliche Einzelarbeit. Gegenpol zu diesem »individuellen Stil« ist der Drahtstuhl des US-Amerikaners Harry Bertoia. Er benutzt wie sein namhafter Kollege Eero Saarinen kostengünstiges Material, um den Herstellungspreis niedrig zu halten. Dadurch und aufgrund der funktionalen Gestaltungslinie ist sein Drahtstuhl für die industrielle Herstellung optimal geeignet. Ein weiterer Prototyp dieser Art ist der Hardoy-Stuhl, auch »Schmetterlingsstuhl« genannt. Leicht und zusammenklappbar wird er von der Möbelindustrie kopiert und findet viele Käufer in den USA.