Montanunion mit Deutschland als Mitglied: Keimzelle der Europäischen Gemeinschaft

Politik und Gesellschaft 1952:

Die Gründung des Französischen Instituts in Bonn ist eine Initiative, um das deutsch-französische Verhältnis zu verbessern. Ein konkreter Schritt zur europäischen Gemeinschaft auf wirtschaftlichem Gebiet ist die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der Montanunion. Zum ersten Mal treten souveräne Regierungen umfangreiche Rechte an eine internationale Behörde ab. Bei der konstituierenden Konferenz sitzt auch ein bundesdeutscher Vertreter am Runden Tisch. Die Bundesrepublik ist für den beabsichtigten europäischen Wirtschaftsverbund unverzichtbar. Die Mittel aus dem US-amerikanischen Marshall-Plan haben wesentlich dazu beigetragen, aus dem kriegszerstörten Land einen modernen Industriestaat zu machen, der mit seinen Kohlevorräten und dem technischen Know-how die besten Voraussetzungen mitbringt, um zu einer der führenden westeuropäischen Wirtschaftsnationen aufzusteigen.