Wirtschaftlicher Aufschwung in der Bundesrepublik: Auto, Urlaub und harmonische Filme

Politik und Gesellschaft 1952:

Die potenzielle Stärke der Bundesrepublik zeigt sich 1952 an ersten Erfolgen der freien Marktwirtschaft. Die Einkommen der Arbeitnehmer steigen und der verfügbare Lohn reicht für die notwendigen Dinge des Alltags. Das Warenangebot nimmt noch schneller zu als die Kaufkraft. So wird das Streben nach Wohlstand für viele Menschen zu einem wichtigen Lebensziel.

Als Maßgabe für Wohlstand und Zufriedenheit gilt der Lebensstandard in den USA. Bei der Wohnungseinrichtung gehört hierzu die kompakte Einbauküche mit Kühlschrank. Viele sparen für das erste eigene – zumeist gebrauchte – Auto, das individuelle Mobilität ermöglicht und zugleich sozialen Aufstieg repräsentiert. Am Jahresende nähert sich die Zahl der Automobile auf bundesdeutschen Straßen der Millionengrenze. Die Wünsche der Menschen zielen vielfach auf ein harmonisches Familienleben, ein komfortabel eingerichtetes Heim und die Urlaubsreise einmal im Jahr. Ihre Ferientage verbringen die Bundesbürger am liebsten in Bayern, Österreich und Italien.

Die Freizeitgestaltung im Alltag findet überwiegend in den eigenen »vier Wänden« statt. Beliebt sind Hörspiele und Musiksendungen im Radio, die dem Bedürfnis nach leichter Unterhaltung entgegenkommen. Außerhalb der Wohnung bieten ein reges Vereinsleben und das Kino Abwechslung.

Filme, in denen das private Glück zugleich soziale und politische Probleme löst oder in den Hintergrund treten lässt, bestimmen die Einspielergebnisse der Lichtspielhäuser. »Grün ist die Heide« mit Sonja Ziemann und Rudolf Prack in den Hauptrollen liegt 1952 in der Publikumsgunst ganz vorn.