Hässliches verkauft sich schlechter

Wohnen und Design 1953:

Unter dem programmatischen Titel »Hässlichkeit verkauft sich schlecht« erscheint in diesem Jahr die deutschsprachige Übersetzung der Memoiren von Raymond Loewy. Das in den USA verlegte Buch des erfolgreichsten Industrie-Designers der Welt wird auch in der Bundesrepublik Deutschland schnell zum Standardwerk für Produkthersteller, da die Industrie der Formgebung ihrer Erzeugnisse wieder verstärkt Beachtung schenkt. »Von zwei Produkten, die gleich sind im Preis, in der Funktion und in der Qualität, wird sich das schönere besser verkaufen lassen.« Dieser Grundgedanke Loewys wird von der bundesdeutschen Wirtschaft zunehmend erkannt. Erstmals ist z. B. auf der Hannover-Messe im April eine Sonderschau über »Die gute Industrieform« zu sehen.

Außer dem 1947 wiederbegründeten Deutschen Werkbund bemühen sich noch zwei andere Institutionen um gutes Design: Der vom Bundesverband der deutschen Industrie gegründete »Arbeitskreis für industrielle Formgebung« und der vom Bundeswirtschaftsministerium angeregte »Rat für Formgebung«.