Die »soziale Marktwirtschaft«

Arbeit und Soziales 1955:

Als »Vater« des deutschen »Wirtschaftswunders« gilt Ludwig Erhard. Der 58-jährige Christdemokrat hatte nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlichen Anteil am Gelingen der Währungsreform und setzte seit 1949 als Wirtschaftsminister das von dem Essener Nationalökonomen Alfred Müller-Armack formulierte Konzept der »sozialen Marktwirtschaft« in der Bundesrepublik durch.

Innerhalb der »sozialen Marktwirtschaft« soll der private Wettbewerb gefördert werden, so dass sich Angebot und Preis nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage ausgleichen. Um soziale Ungerechtigkeiten und Auswüchse einer schrankenlosen Marktwirtschaft zu vermeiden, greift der Staat durch ordnungspolitische Maßnahmen in den freien Wettbewerb ein. Dadurch soll die Benachteiligung einzelner Bevölkerungsgruppen vermieden und eine zu große Unternehmenskonzentration verhindert werden. Zusätzlich werden die Arbeitnehmer zur Kapitalbildung angeregt, um so das soziale Gefälle innerhalb der Gesellschaft abzuschwächen.