Heimkehr der letzten Kriegsgefangenen aus der UdSSR – Saarländer gegen Europäisierung

Heimkehr der letzten Kriegsgefangenen aus der UdSSR – Saarländer gegen Europäisierung
Ein zurückgekehrter deutscher Kriegsgefangener identifiziert den Sohn dieser Frau (1955). By Unknown or not provided (U.S. National Archives and Records Administration) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1955:

Im September 1955 ruft die Reise Konrad Adenauers nach Moskau in der deutschen Öffentlichkeit große Emotionen hervor. In zähen Verhandlungen mit der sowjetischen Partei- und Staatsführung erreicht Adenauer dort die Entlassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen in ihre Heimat. Noch nach Jahren wird dies von vielen Deutschen als die größte Leistung Adenauers angesehen. Neben der Heimkehr der Kriegsgefangenen wird in Moskau die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der UdSSR vereinbart, ein erster Schritt zur Normalisierung der beiderseitigen Beziehungen.

Die Bevölkerung des Saarlandes bereitet dem Kanzler allerdings eine innenpolitische Schlappe. Mit großer Mehrheit entscheidet sie sich in einer Volksabstimmung gegen das zwischen der Bundesrepublik und Frankreich ausgehandelte Saarstatut, das die »Europäisierung« des Saarlandes vorsah. Im Interesse einer deutsch-französischen Verständigung hatte sich Adenauer mit Nachdruck für die Annahme des »Saarstatuts« eingesetzt. Mit dessen Ablehnung ist der Weg frei für die Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik Deutschland.