Breite Koalition gegen Wiederbewaffnung und KPD-Verbot

Politik und Gesellschaft 1956:

Und die Deutschen? Sie waren von den friedensgefährdenden Konflikten in besonderer Weise betroffen, verlief doch durch ihr Land die Trennungslinie zwischen den Machtblöcken. Nicht zuletzt deshalb erregte die Aufstellung der Bundeswehr weiterhin die politischen Gemüter. Vor allem SPD und Gewerkschaften protestierten gemeinsam mit kirchlichen Kreisen gegen die von der Regierungskoalition unter Bundeskanzler Konrad Adenauer betriebene Wiederbewaffnung, die nach ihrer Überzeugung die deutsche Teilung auf unbestimmte Zeit zementierte.

Weitgehende Einigkeit bestand in der Bundesrepublik jedoch in der Ablehnung des kommunistischen Gesellschaftssystems. Jeder Deutsche konnte dessen Unterdrückungsmechanismen seit Jahren in der DDR beobachten. Die weit verbreitete Furcht vor dem Kommunismus führte 1956 zum Verbot der von der Ostberliner Führung massiv unterstützten KPD.