Deutsche Straßen überlastet – Autobahnnetz wird ausgebaut

Verkehr 1956:

Die in der Bundesrepublik Deutschland einsetzende Massenmotorisierung schafft zunehmend Probleme. Das überalterte Straßennetz ist dem gestiegenen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Die Folge sind – vor allem in dicht besiedelten Regionen wie dem Ruhrgebiet –chaotische Verkehrsverhältnisse.

Die unhaltbaren Zustände schlagen sich in der Unfallstatistik nieder. 1956 ereignen sich in der Bundesrepublik rund 625 000 Verkehrsunfälle mit 12 645 Toten und 361 134 Verletzten. Damit hat sich die Zahl der Opfer gegenüber 1950 verdoppelt (6422 Tote und 150 415 Verletzte).

Der im April 1955 von der Bundesregierung beschlossene Bau von neuen Autobahnen und Schnellstraßen läuft jedoch bereits auf vollen Touren. Allein die Länge des Autobahnnetzes (rund 2400 km) soll innerhalb der nächsten zehn Jahre nahezu verdoppelt werden, vorhandene Strecken sollen den Erfordernissen einer modernen Industriegesellschaft angepasst und großzügig ausgebaut werden.

Ein zentraler Punkt in der Verkehrsplanung ist die Förderung nach einer »autogerechten« Stadt. Schnellstraßen, Stadtautobahnen und Straßenverbreiterungen sollen es den Bewohnern ermöglichen, schnell und bequem ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Ein in vielen Fällen zweckmäßigerer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes findet dagegen nur in einem unzureichenden Maße statt.

Steigende Bedeutung erlangt in der Bundesrepublik der Flugverkehr. Durch den wachsenden Wohlstand sind immer mehr Menschen in der Lage, ihren Urlaub in fernen Ländern zu verbringen. So werden 1956 erstmals in einem größeren Umfang Pauschalreisen mit dem Flugzeug angeboten. Um den Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Flughäfen ausgebaut werden. Einen der modernsten Flughäfen der Welt wird Düsseldorf erhalten. Der im Bau befindliche Flugplatz ist nach modernsten technischen Gesichtspunkten gestaltet und soll den Reisenden ein Höchstmaß an Komfort bieten.