Zukunftsstadt Hansaviertel

Architektur 1957:

Entwürfe für die »Stadt von morgen« soll die Internationale Bauausstellung (Interbau) vorstellen, die vom 6. Juli bis 20. September 1957 in Berlin (West) zu sehen ist. Kernstück der Ausstellung, die den Stand der Architektur 1957 zeigt, ist das Hansaviertel, ein 177 000 m2 großes Wohngebiet im Nordwesten des Tiergartens, dessen Bebauung im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde.

Für den Neubau des Hansaviertels wurden international renommierte Architekten eingeladen, nach den Vorschriften des sozialen Wohnungsbaus ihre Vorschläge für künftige Wohnformen beizutragen. Insgesamt haben 53 Architekten aus 13 Ländern 46 Objekte entworfen, die nun in Berlin zu besichtigen sind.

Angelegt ist das Hansaviertel als Gartenstadt, wenn auch bei der Eröffnung vorerst nur wenige der geplanten Grünflächen zwischen den zumeist vielgeschossigen, überwiegend aus Stahlbeton gebauten Wohnhäusern fertig sind.

Zu den am meisten beachteten Bauten gehört das »Objekt 1« der Berliner Architekten Klaus Müller-Mehn und Gerhard Siegmann, ein 17-geschossiges Apartmenthaus, das ausschließlich Einzimmerwohnungen mit einer Grundfläche von 32 m2 enthält. Die Wohnungen sind mit technischen Neuerungen wie Müllschlucker, Haustelefon und Fernheizung ausgestattet.

In der Nähe des Olympiastadions liegt das 17-geschossige Wohnhaus »Typ Berlin« des Schweizer Architekten Le Corbusier, das 527 Wohnungen umfasst.