Palisandermöbel statt Kunststoff

Wohnen und Design 1960:

Das Wohnzimmer entwickelt sich in der bundesdeutschen Wohlstandsgesellschaft zum Vorzeigeobjekt. Beliebte Billiginterieurs aus den 50er Jahren – plastikbezogene Sessel mit schräggestellten Beinen und Nierentische – werden ausgetauscht gegen höherwertige Möbel in funktional-modernem Design.

In den Wohnungen dominieren noch immer skandinavische Teakmöbel. Wer jedoch etwas auf sich hält, wählt für seine Inneneinrichtung Palisander- oder Nussbaummöbel. Aus hygienischen und praktischen Gründen werden Nassbereiche wie Küche und Bad zunehmend mit Kacheln ausgefliest und die Fußböden mit Linoleum belegt. Als international stilbildend für eine exklusive Innenarchitektur wird die Deutsch-Schweizerin Florence Knoll gewürdigt. Ihre an die Bauhaus-Tradition angelehnten Entwürfe schmücken repräsentative Gebäude in aller Welt.

In der Industrie setzt sich zunehmend das anspruchsvolle Produktdesign der Ulmer Hochschule für Gestaltung durch. Auch diese 1955 gegründete Ausbildungsstätte führt die Bauhaus-Moderne mit funktionalen Entwürfen fort.