Die Autos bekommen immer mehr Komfort

Auto und Verkehr 1961:

Eine kontinuierliche Produktionssteigerung und ein scharfer Konkurrenzkampf kennzeichnen die Automobilindustrie im Jahr 1961. Die Technik der Autos wird verbessert, das Fahren komfortabler, und im Design wird eine Abkehr von allzu bizarren Formen deutlich.

Die Bundesrepublik ist 1961 der wichtigste Autoproduzent Europas mit 1,9 Millionen Fahrzeugen und steht nach den USA mit 5,5 Millionen Pkw an zweiter Stelle der Welt. Zwar ist der Markt in der Bundesrepublik noch aufnahmefähig, doch beginnt ein sich verschärfender Konkurrenzkampf, dem kleinere Autoproduzenten zum Opfer fallen.

Die japanische Autoindustrie ist zwar noch keine bedeutende Konkurrenz für die US-Amerikaner oder Europäer, sie zeichnet sich jedoch durch ein sprunghaftes Wachstum aus.

Im technischen Bereich setzt sich der Vorderradantrieb nur langsam durch – Standard ist immer noch der Heckantrieb bei vorne liegendem Motor. Das Getriebe ist in den meisten Modellen nicht voll synchronisiert, so dass beim Zurückschalten vom zweiten in den ersten Gang mit Zwischengas gearbeitet werden muss. Bei leistungsstarken Autos wird bei einigen Modellen das Vierganggetriebe statt des üblichen Dreiganggetriebes eingebaut. Bei den meisten Pkw befindet sich der Schaltknüppel am Lenkrad.

Im Unterschied zu den Heckflossenmodellen der 50er Jahre, die nur noch vereinzelt produziert werden, herrschen bei den Autos von 1961 ruhigere Formen mit glatten Linien vor. Der Windschlüpfrigkeit wird mehr Beachtung geschenkt. Eine Neuheit sind die Heckklappenlimousinen. Sie vereinen das Design eines Personenwagens mit den Vorteilen eines Kombiwagens und bieten die Möglichkeit eines leichten Gütertransports. Mit dem R 4 stellt die französische Firma Renault 1961 einen Heckklappen-Kleinwagen vor. Bei den sportlichen Modellen wird der Jaguar-E-Type von 1961 zum Vorbild.