Die Wirtschaft im Aufschwung

Arbeit und Soziales 1961:

Vollbeschäftigung und kontinuierliches Wachstum kennzeichnen im Jahr 1961 die wirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik. Die Arbeitslosigkeit beträgt seit 1960 weniger als 1% der Zahl der Erwerbstätigen – auf einen Arbeitslosen kommen sechs freie Stellen. Der Arbeitskräftemangel wird durch verstärkte Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer ausgeglichen.

Metallgewerbe, Baugewerbe, Steine, Erden und Chemie sowie die Elektro- und Feinmechanikbranche haben in besonderem Maß Steigerungen des Umsatzes zu verzeichnen.

Der Wirtschaftsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, der durch die Hilfen der USA, die Einführung der sozialen Marktwirtschaft und den Ersatzbedarf infolge der Kriegsschäden beschleunigt wurde, ermöglicht ein kontinuierliches Ansteigen der Einkommen und die Durchsetzung von Arbeitszeitverkürzungen.

So hat sich das Durchschnitts-Bruttoeinkommen bei männlichen Angestellten innerhalb eines Jahres um 9% auf 788 DM monatlich 1961 erhöht. Die weiblichen Arbeitnehmer, etwa 37% der Erwerbstätigen, verdienen durchweg allerdings deutlich weniger. So beträgt das monatliche Durchschnitts-Bruttoeinkommen weiblicher Angestellter 1961 nur 461 DM. Bei den Industriearbeitern liegt der durchschnittliche Bruttostundenlohn 1961 bei 3,17 DM bei den Männern, bzw. 2,13 DM für Frauen. Die Löhne der Industriearbeiter haben sich zwischen 1958 und 1960 um 15% erhöht, das ist die höchste Zuwachsrate in Europa.

Die Fünftagewoche ist bei etwa 50% der Beschäftigten verwirklicht. (Zum Vergleich: Im Oktober 1959 mussten noch 56,5% der Erwerbstätigen mehr als fünf Tage pro Woche arbeiten.)