Tiefkühlkost in den Haushalten

Ernährung, Essen und Trinken 1961:

Innerhalb der meisten Haushalte in der Bundesrepublik ist die Aufbauphase nach dem Krieg im Wesentlichen abgeschlossen, der Nachholbedarf ausgeglichen. Für Nahrungsmittel steht mehr Geld als früher zur Verfügung.

In der Ernährung treten insofern Veränderungen ein, als der Verbrauch von Fleisch, Milch, Eiern und Butter steigt. Die Ernährung wird fettreicher, kohlehydratreiche Lebensmittel treten in den Hintergrund.

Auch in der Zubereitung der Speisen verändern sich die Gewohnheiten. Da mehr Geld für den Kauf von Lebensmitteln zur Verfügung steht, wird immer häufiger zu tiefgefrorenen Fertigprodukten gegriffen, die zwar teurer als Frischwaren sind, aber schneller zubereitet werden können. 1960 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlkost in der Bundesrepublik trotz dieses Trends allerdings erst 400 g, während in Schweden und Großbritannien bereits 2,2 kg und in den Vereinigten Staaten sogar 16,5 kg pro Kopf registriert werden.

Auch der Konsum von Genussmitteln nimmt zu. Während zum Beispiel 1948 erst 6,6 Millionen Flaschen Sekt gekauft wurden, waren es 1955 bereits 27,9 Millionen und 1960 fast 69 Millionen Flaschen.