Massenanwerbung südeuropäischer Arbeitskräfte im bundesdeutschen Wirtschaftsrekordjahr

Politik und Gesellschaft 1962:

Den Bundesbürgern geht es 1962 so gut wie nie. Der Bedarf an Arbeitskräften ist so groß, dass er durch die einheimische Bevölkerung nicht gedeckt werden kann. Vor allem aus den südeuropäischen Ländern werden Arbeitskräfte angeworben. Der Gedanke, dass der massenhafte Zuzug von ausländischen Arbeitskräften in wirtschaftlichen Krisenzeiten zu erheblichen sozialen Spannungen führen werde, ist deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitikern fern.

Die Meldungen von Beschäftigungsrekorden gehen einher mit Warnungen und Mahnungen, dass der Höhepunkt der Konjunktur erreicht sei. Wirtschaftsminister Ludwig Erhardt fordert die Deutschen zum Maßhalten auf, da die Wirtschaftsdaten für 1962 einen spürbaren Rückgang der Exporte anzeigen – mit allen Konsequenzen für die Konjunktur.