„Spiegel-Affäre“: Minister Strauß schränkt Pressefreiheit ein und muss zurücktreten

„Spiegel-Affäre“: Minister Strauß schränkt Pressefreiheit ein und muss zurücktreten
Franz Josef Strauß, Bundesarchiv, B 145 Bild-F022414-0015 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1962:

Das politische Geschehen in der Bundesrepublik wird von einem Ereignis bestimmt, das die weitere Geschichte des Landes nachhaltig beeinflussen wird: Die Affäre um das Hamburger Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Einen ausführlichen Artikel über das NATO-Herbstmanöver Fallex 62 nimmt die Bundesstaatsanwaltschaft zum Anlass, gegen das Magazin unter dem Vorwurf des Landesverrats vorzugehen. Leitende Mitarbeiter, unter ihnen Conrad Ahlers und Herausgeber Rudolf Augstein, werden in Haft genommen, die Redaktionsräume durchsucht und für mehrere Wochen geschlossen. Schnell verdichten sich Hinweise, dass Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß in die Affäre verwickelt ist. Das Vertrauen in die Bundesregierung ist nach dem Bekanntwerden der Hintergründe nachhaltig erschüttert. Auch der Rücktritt von Strauß kann den Imageverlust der Regierung Adenauer nicht ausgleichen. Der Begriff »Spiegel-Affäre« wird zum Synonym für den Versuch, kritische Presseberichterstattung mit Sanktionen zu unterbinden. Immer dann, wenn sich in den folgenden Jahren Regierungsbehörden und Medien gegenüberstehen, wird die »Spiegel-Affäre« als ein Fall beschworen, der nie wieder eintreten dürfe.