Luxuriöse Wohnzimmerkamine und neues Badezimmergefühl

Wohnen und Design 1965:

In den neugebauten Eigenheimen mit ihren großzügig angelegten Wohnzimmern erobern sich ästhetisch gestaltete Kamine einen zentralen Platz. Weil der Kohlenofen als primäre Wärmequelle durch bequemere Heizsysteme ersetzt worden ist, erlebt er in neuem Kleid eine Wiedergeburt. Die Öfen werden als Blickfang eingerichtet und zeigen avantgardistische Formen. Metallkonstruktionen überwiegen gemauerte Öfen. Die Kastenform wird dabei durch runde, ovale oder kubische Formen verdrängt.

Das Badezimmer wird nicht mehr nur als Waschraum, sondern als Gesundheits- und Körperpflegezelle in der eigenen Wohnung gesehen. Die Entwicklung geht zu größeren Badezimmern mit gepflegter Einrichtung. Edle Materialien wie Porzellan und Marmor verdrängen in einkommensstarken Haushalten von Selbstständigen und Angestellten das Steingut. Neben der unverzichtbaren Wanne wird immer häufiger eine Duschkabine für die tägliche Körperreinigung eingebaut. In Wochenendbeilagen versuchen Tageszeitungen, das französische Bidet populär zu machen. Auch das Pissoir für den Herrn ist im Gespräch. Das traditionelle Doppelbett mit der unbequemen Zweiteilung weicht dem französischen Bett mit einer durchgehenden Matratze. Es wird frei in den Raum hineingestellt – allerdings ohne die überkommenen Nachttische links und rechts. Deren Aufgabe übernimmt eine Konsole am Kopfende des Bettes, oft mit integrierter Beleuchtung.

Die Küche verliert das sterile Weiß; die holzvertäfelten Küchenmöbel, Wände mit farbig gemusterten Tapeten und ornamentale Kachelformen machen den Arbeitsplatz der Hausfrau oft zum Zentrum des Familienlebens. Moderne Dunstabzugsysteme halten den früher typischen Küchengeruch fern. Die Essecke wird deshalb oft durch eine halbkreisförmig um den Herd geordnete Sitzgruppe auf Barhockern ergänzt, auf der »schnelle Mahlzeiten« wie das Frühstück eingenommen werden.