»Spülbox« rationalisiert die Küchenarbeit

Wohnen und Design 1965:

Die Rationalisierungswelle macht auch vor der Küche nicht halt. Die Geschirrspülmaschine, bislang bei Preisen über 2000 DM nur Betuchten vorbehalten, wird auch für Angestellten- und Beamtenhaushalte zunehmend erschwinglich. In den Vereinigten Staaten werben die Hersteller mit einem entsprechenden »Dienstleistungs-Slogan«: »Sei kein Tellerwäscher – kauf dir einen!« Nach einem Absatz von etwa 14 000 im Jahre 1963 und etwa 31 000 im Jahre 1964 erwarten die bundesdeutschen Hersteller in diesem Jahr über 100 000 Käufer.

Etwa ein Zehntel ihrer Arbeitszeit verbringt die Nur-Hausfrau vor dem Spülbecken. Die »Spülbox«, wie die Maschine nach US-amerikanischem Vorbild auch genannt wird, verringert den Aufwand um zwei Drittel auf etwa 20 Minuten täglich.

Zwei verschiedene Konstruktionen sind im Angebot. Beim Wasserwirbler schleudert ein Schaufelrad das Spülwasser gegen das Geschirr, beim Düsenspüler wird die Reinigungswirkung durch den hohen Wasserdruck erzielt. Etwa 50 Liter Wasser werden bis auf 80 °C erhitzt und beim Umlauf mehrmals gefiltert. Allerdings verblassen die Dekors vieler Porzellanprodukte wegen der ätzenden Reinigungslaugen. Die bundesdeutsche Porzellanindustrie erwartet daher bei weiterer Verbreitung der Geschirrspülautomaten große Folgenachfrage von »maschinengerechtem« Porzellan.