Methodenstreit um Leseunterricht

Bildung 1966:

Seit einem Jahrzehnt sind bundesdeutsche Pädagogen über der Frage zerstritten, ob Kinder das Lesen besser mit Hilfe einzelner Buchstaben oder ganzer Wörter erlernen. Die Debatte hat sich zu einem Politikum zwischen Linken und Konservativen entwickelt.

Die Anhänger der herkömmlichen Buchstaben- oder Lautiermethode werfen den ganzheitlich unterrichtenden Lehrern vor, sie ließen die Schüler raten anstatt ihnen Sinnzusammenhänge beizubringen. Die »Ganzheitler« hingegen behaupten, das Aneinanderreihen von Buchstaben verursache ein Herunterleiern von Texten, ohne dass Bedeutungen erfasst würden.