Wechselseitige Einflüsse zwischen zeitgenössischen Kunstformen und Werbeplakaten

Wechselseitige Einflüsse zwischen zeitgenössischen Kunstformen und Werbeplakaten
Strawinski-Brunnen in Paris, Niki de Saint Phalle. © Foto Josef Höckner, München

Werbung 1970:

Tendenzen der zeitgenössischen Kunst spiegeln sich zunehmend in der Gebrauchsgrafik und den Werbeplakaten wider.

In besonderem Maß gilt dies für die sog. Pop-Art– eine Kunstrichtung, die in den 60er Jahren die Kunstszene vorwiegend der USA und Großbritanniens beherrschte. In der Regel unkritisch der großstädtischen Warenwelt zugewandt, zeigt die Pop-Artmit ihren vereinfachten, unpersönlichen Formen das Ende subjektivistischer Malerei an. Die Bildmotive werden – und hier wirkt der obengenannte Einfluss auch umgekehrt – der Welt von Konsum und Reklame, Starkult und Comics entnommen. Zum Wegbereiter und Mitbegründer der Pop-Artwird u.a. der US-Maler und Grafiker Robert Rauschenberg; bedeutende Repräsentanten in den 60er Jahren sind u.a. Andy Warhol, Claes Oldenburg und Roy Lichtenstein.

In der Werbebranche ist es vor allem der Düsseldorfer Charles Wilp, der Elemente der Popkunst verarbeitet. Als Vorbild für Werbeplakate dienen aber auch die vollplastischen weiblichen Figuren der in New York aufgewachsenen französischen Plastikerin Niki de Saint Phalle. Sie werden u.a. im Rahmen einer Straßenkunstaktion in Hannover präsentiert (<!– 1.9.1970–>).