Deutsche Hochschulen von Linken beherrscht

Bildung 1971:

Auch drei Jahre nach dem Höhepunkt der studentischen Protestbewegung von 1968 dominieren Linksgruppierungen in fast allen bundesdeutschen Hochschulparlamenten. Vor allem die Mitglieder des Sozialdemokratischen Hochschulbundes (SHB) und des kommunistischen »Spartakusbundes« kämpfen für eine grundlegende Reform der Studieninhalte im marxistischen Sinn. Sie fordern, dass verstärkt gesellschaftskritische Themen in die Lehrpläne eingebracht werden.

Besonderes Aufsehen erregen die Aktionen der »Roten Zellen« an der Freien Universität Berlin. Sie bestreiken Lehrveranstaltungen und halten in eigenen Seminaren marxistisch-leninistische Schulungen ab (<!– 1.2.1971–>).

Das Bonner Wissenschaftsministerium versucht, mit gesetzgeberischen Maßnahmen den Einfluss der Linken an den Universitäten einzudämmen. Eine Neufassung des Hochschulrahmengesetzes bestimmt, dass sich die Zahl der Mandate in den Universitätsgremien für jene Gruppen verringert, deren Wahlbeteiligung unter 50% liegt. Da sich erfahrungsgemäß nie mehr als 40% der Studenten an den Fachbereichswahlen beteiligen, trifft die Regelung vor allem die studentische Mitbestimmung.