Große Fortschritte in Raumfahrt und Mikroelektronik

Große Fortschritte in Raumfahrt und Mikroelektronik
Jim Irwin mit dem Lunar Roving Vehicle der Apollo-15-Mission. By NASA/David Scott [Public domain], via Wikimedia Commons

Wissenschaft und Technik 1971:

Der Wettlauf im Weltall wird fortgesetzt: Mit »Apollo 15« starten die USA am 26. Juli 1971 ihr bemanntes Mondlandeunternehmen. Während Alfred Worden in der Mondumlaufbahn verbleibt, halten sich David Scott und James Irwin bis zum 7. August auf dem Mond auf. Mit dem batteriebetriebenen Mondauto »Lunar Roving Vehicle« legen sie Strecken von insgesamt mehreren Dutzend Kilometern zurück (<!– 26.7.1971–>).

Die UdSSR setzt auf die Entwicklung größerer bemannter Raumstationen. Eine kleinere Station, »Saljut 1«, geht am 19. April in den Erdorbit. »Saljut 1« wird zunächst unbemannt gestartet. Fünf Tage später dockt »Sojus 10« für fünf Stunden an der Station an (<!– 19.4.1971–>). Erstmals betreten wird sie am 7. Juni von den »Sojus-11«-Kosmonauten Georgi T. Dobrowolski, Wladislaw N. Wolkow und Wiktor J. Pazajew, die dort 21 Tage arbeiten (<!– 30.6.1971–>).

Die sowjetische Planetensonde »Mars 2« schwenkt am 27. November nach einer Reise von 470 Mio. km in eine Marsumlaufbahn ein. Nur 14 Tage vorher geht die amerikanische Raumsonde »Mariner 9« als erster Satellit in eine Marsumlaufbahn (<!– 13.11.1971–>).

Raumforschungsaktivitäten anderer Art unternehmen US-Wissenschaftler auf Puerto Rico, wo sie im Vorjahr bei Arecibo das weltgrößte Radioteleskop errichteten. Sie bereiten die Aussendung einer codierten Nachricht an mögliche außerirdische intelligente Wesen im 24 000 Lichtjahre fernen Sternhaufen »Messier 13« vor. Drei Jahre später wird die Botschaft erstmals mit einem extrem leistungsstarken Signal ins All abgesetzt.

Nach einer Entwicklung des Ingenieurs M. Edward Hoff aus dem Jahr 1969 stellt die US-Firma Texas Instruments erstmals Mikroprozessoren her. Im Computer üben diese hochintegrierten Halbleiterschaltungen die Funktion der zentralen Recheneinheit aus. Die Firma bringt bereits im selben Jahr den mit einem einzigen Mikrochip arbeitenden Taschenrechner auf den Markt. Ihm folgt innerhalb weniger Monate eine ganze Palette derartiger Geräte, vom winzigen Einfachrechner bis zum wissenschaftlichen Taschencomputer. Während diese Geräte noch mit Leuchtdiodenanzeigen arbeiten, entwickelt der schweizerische Konzern F. Hoffmann La Roche in Zusammenarbeit mit der Firma Brown, Boveri & Cie. (BBC) die erste Flüssigkristallanzeige (LCD = Liquid Cristal Display).

Industrielle Anwender können 1971 erstmals Telekopierer benutzen, die – von reiner Datenübertragung abgesehen – wie Trockenkopierer arbeiten. Hersteller der Geräte ist die US-amerikanische Firma Rank Xerox.

Dem anspruchsvollen Kleinbildfotografen bietet die deutsche Firma Leitz mit ihrem Modell Leica M5 erstmals eine Spiegelreflexkamera an, die eine Lichtmessung durch das Objektiv gestattet.

Der deutsch-belgische Agfa-Gevaert-Konzern bringt mit dem Agfacontour einen Film auf der Markt, der Linien gleicher Dichte (Wärmedichte u.a. ) oder Helligkeit registriert. Er eignet sich für die physikalische Untersuchung der Licht- oder Wärmeverteilung auf Körperoberflächen.