Nixon führt Gespräche in Peking und Moskau – China meldet Weltmachtansprüche an

Nixon führt Gespräche in Peking und Moskau – China meldet Weltmachtansprüche an
Richard Nixon und Mao Zedong 1972 in Peking. By White House Photo Office (1969 – 1974) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1972:

1972 ist das Jahr der großen Begegnungen: Am 21. Februar besucht Richard M. Nixon als erster US-Präsident die Volksrepublik China und trifft dort mit den KP-Führern Mao Tse-tung und Chou En-lai zusammen. Diese Visite beendet nicht nur die fast 23 Jahre lange Konfrontation zwischen Peking und Washington, die sich als »Papiertiger« und umgekehrt als »Gelbe Gefahr« beschimpft hatten, sondern eröffnet eine neue Phase der Entspannungspolitik. China tritt als dritte Weltmacht selbstbewusst neben die »Supermächte« USA und UdSSR, die ihrerseits eine Verständigung untereinander auf der Basis der »friedlichen Koexistenz« suchen. Nixons einwöchiger Besuch in Moskau Ende Mai bietet die Gelegenheit, mit dem SALT-Vertrag ein erstes Abkommen zur Rüstungsbegrenzung zu unterzeichnen. Die triumphale Wiederwahl zum US-Präsidenten im November ist – unbeschadet der sich bereits in Umrissen abzeichnenden Watergate-Affäre – auch ein Resultat seiner Entspannungspolitik.

Die Politik der Verständigung zeigt sich auch in den US-amerikanisch-nordvietnamesischen Friedensgesprächen zwischen Henry A. Kissinger und Lê Duc Tho in Paris, die sich am 8. Oktober auf ein Waffenstillstandsabkommen einigen. Bevor das Abkommen Anfang 1973 endgültig unterzeichnet wird, fliegen die US-Amerikaner im Dezember 1972 allerdings ihre bisher schwersten Angriffe auf Hanoi und Haiphong (»Christmas Bombing«).