Endgültiger Sieg des Vietcong

Endgültiger Sieg des Vietcong
Evakuierung: Vietnamesische Flüchtlinge gehen an Bord eines US-Marine Helikopters, Tan Son Nhut Air Base in Saigon, Vietnam, 29. April 1975. von USMC [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1975:

Ein anderer Kolonialkrieg geht 1975 endgültig zu Ende. Nach fast 30 Jahre dauernden Kämpfen in der ehemaligen französischen Besitzung Indochina kapituliert am 30. April das von den USA gestützte südvietnamesische Regime vor dem kommunistischen Vietcong. Kurz zuvor haben schon in Kambodscha und Laos Kommunisten die Macht übernommen. In die Auseinandersetzungen um die politische Linie hatten bis 1954 Frankreich, seit Beginn der 60er Jahre die USA eingegriffen. Die Supermacht, die sich trotz überlegener Technologie, trotz jahrelanger Bombardierungen und trotz des Einsatzes chemischer Kampfstoffe im Dschungelkrieg nicht hatte durchsetzen können, hat ihre Truppen bereits 1973 aus Vietnam zurückgezogen. Dennoch versuchten die USA, dem Regime in Saigon durch massive Militär- und Wirtschaftshilfe das Überleben zu sichern – ohne Erfolg. Die Niederlage der südvietnamesischen Regierung, zugleich ein Sieg des Kommunismus und der Triumph eines Entwicklungslandes über die gigantische Militärmaschinerie der USA, wird von den Amerikanern als massive Kränkung empfunden. Das »Vietnamtrauma« beschäftigt die Supermacht noch auf Jahre hinaus.